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Pastoralreferent Peter Klotz

Pastoralreferent Peter Klotz
Pastoralreferent Peter Klotz
Pastoralreferent Peter Klotz mit Maria Labonte und Vertretern der Kirmesjugend © Pfarrei St. Peter

Maria Labonte, Mitglied des Ortsausschusses St. Laurentius Oberelbert und Vertreter der Kirmesgesellschaft Oberelbert, interviewten Pastoralrefent Peter Klotz, der zum 30. November 2021 in den Ruhestand ging:

  • Wenn Du drei Wünsche frei hättest: Welche wären es?

Beim Einkaufen werde ich oft gefragt: „Haben Sie noch einen Wunsch?“ Darauf antworte ich stets und bringe damit die Verkäuferin zum Schmunzeln: „Ja, viele!“ Mit Wünschen – auch wären es „nur“ drei – halte ich es aber eher mit dieser kleinen Geschichte:
Ein junger Mann betrat im Traum einen Laden. Hinter der Theke stand ein Engel. Hastig fragt er ihn: „Was verkaufen Sie, mein Herr?“ Der Engel antwortete freundlich: „Alles, was Sie wollen.“ Der junge Mann begann aufzuzählen: „Dann hätte ich gern das Ende aller Kriege in der Welt, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Arbeit für die Arbeitslosen, mehr Gemeinschaft und Liebe in der Kirche und …“ Da fiel ihm der Engel ins Wort: „Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen keine Früchte, wir verkaufen nur den Samen.“

Das erste, was der Mensch im Leben vorfindet, das letzte, wonach er seine Hand ausstreckt, das Kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie!

Sel. Adolph Kolping
  • Auf was könntest Du in Deinem Leben nicht verzichten?

Von Adolph Kolping stammt der Spruch, den ich mir zu Eigen gemacht habe: „Das erste, was der Mensch im Leben vorfindet, das letzte, wonach er seine Hand ausstreckt, das Kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie!“ Insofern bin ich sehr froh über meine Entscheidung, Pastoralreferent mit einer großen Familie zu sein.

  • Welchen Beruf haben sich Deine Eltern für Dich gewünscht?

Mein guter Vater hätte mich natürlich gerne als handwerklich begabt gesehen, und vor allem für den Weinbau geeignet. Meine liebe Mutter ermutigte mich oft, doch bei der Bundeswehr zu bleiben, Beamter zu werden oder auf einer Bank zu arbeiten. All diese Wünsche habe ich nicht erfüllt, wobei ich – wäre ich bei der Bundeswehr geblieben – bereits seit zehn Jahren meine Pension genießen könnte. Trotz meiner so ganz anderen Entscheidung waren meine Eltern sehr stolz auf mich.

  • Welche war die beste Entscheidung in Deiner beruflichen Laufbahn?

Die beste Entscheidung war auf jeden Fall, als Pastoralreferent meinen Dienst in der Kirche zu tun und zu meiner Familie zu stehen. Damit verbunden ist natürlich die Entscheidung – nach sechs schönen Jahren in der Pfarrei Höhn, 33 Jahre in Oberelbert, Welschneudorf, Niederelbert und der gesamten Pfarrei – zu bleiben, als Seelsorger bei den Menschen zu sein und zu erfahren, wie sehr diese mir vertrauen, sodass immer noch sehr viele von mir beerdigt werden, oder junge Leute mich bei ihrer Trauung oder der Taufe ihrer Kinder dabei haben wollen.

  • Wenn Du eine Sache auf der Welt verändern dürftest: Was wäre es?

Mir wäre es ein Herzensanliegen, wenn wir uns als Kirche wieder mehr auf Jesus Christus besinnen und unseren wunderbaren Glauben an den lebendigen Gott in Freude und Demut leben, und dadurch das Antlitz der Erde zu vertrauens-, fried- und liebevollem Umgang miteinander verändern würden.

  • Für welche drei Dinge in Deinem Leben bist Du am dankbarsten?

Am dankbarsten bin ich in meinem Leben natürlich nicht für irgendwelche Dinge, denn – das weiß ich auch: „Das letzte Hemd hat keine Taschen!“ – und ich kann nichts an Materiellem mitnehmen, wenn der Herr mich einmal – hoffentlich noch nicht zu bald! – zu sich rufen wird. Besonders danke ich für meine Eltern, meine Schwester, meine Oma und meinen Opa, alle meine Tanten, Onkel und Cousins und Cousinen; am dankbarsten bin ich für meine Frau und unsere Kinder und Schwiegerkinder und natürlich, dass ich zum ersten Mal Opa bei unserer lieben Ida Margarete sein darf. Darüber hinaus danke ich allen, die mich in meinem Leben begleitet, ermutigt und persönlich und in meinem schönen Beruf unterstützt haben. Ohne sie, insbesondere die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen wäre so Vieles nicht möglich gewesen.

In einem Artikel für den Blickpunkt im Jahr 2018 wurde das Pastoralteam gefragt, welche Schwerpunkte jede/r hat und was sie/ihn besonders freut. Ich schrieb damals und stehe noch heute dazu: „Das freut mich besonders: Die bunte Vielfalt in unseren Gemeinden der Pfarrei, die sich im vielfältigen ehrenamtlichen Engagement widerspiegelt und die erhalten bleiben und gefördert werden muss. Ich wünsche mir mehr Offenheit und Bereitschaft für einen wirklichen Wandel in der Kirche ohne Missbrauch, Klerikalismus und dem ständigen Streben nach Machterhalt. Viel mehr Vertrauen wünsche ich mir und Rückbesinnung auf Jesus Christus, seine Barmherzigkeit und Menschenfreundlichkeit; auch Vertrauen in das Wirken Seines Heiligen Geistes, der weht, wo er will, und der sich nicht kanalisieren lässt. Nicht die Struktur, sondern der Mensch muss im Mittelpunkt stehen.“

  • Warst Du früher auch mal in einer Kirmesgesellschaft tätig?

Klar doch! In meinem Heimatdorf Lorchhausen am Rhein war ich 1975 mit dem Jahrgang 1956/57 bei der „Lorchhäuser Kerb“ ein „Kerbeborsch“. Da ich dort auch die Blaskapelle dirigiert hatte, gestalteten wir neben einem festlichen Kirchweihgottesdienst, dem Stellen des Kerbebaums und einer Verlosung mit schönen Preisen auch einen tollen „Kerbeumzug“ in unserem Dorf. Noch am Kerbemontag musste ich mir allerdings meine schönen langen roten Haare abschneiden lassen, weil ich am nächsten Tag in Schwarzenborn zum Wehrdienst bei der Bundeswehr antreten musste.

  • Was hat Dir hier in Oberelbert an der Zusammenarbeit mit uns, der Kirmesgesellschaft und auch mit früheren Kirchengemeinden besonders gut gefallen?

Als ich 1988 hier meinen Dienst begann, gab es in Oberelbert eine Kirmesjugend und eine auch im Juni 1989 in Welschneudorf, die mit im Gottesdienst und der Andacht war und einen ganz tollen Kirmeszug durchs Dorf organisiert hatte, bei dem ich viele Leute kennenlernte.

Für die Kirmes 2008 in Oberelbert ist es mir gelungen, Jugendliche für einen Neuanfang als Kirchengemeinde zu gewinnen. Wir saßen oft zusammen, besprachen, bereiteten vor, hatten donnerstags bereits mit der Kirchenband einen Jugendgottesdienst, stellten freitags den Kirmesbaum, feierten sonntags den Kirchweihgottesdienst, hatten viel Spaß miteinander und bereiteten auch unserem Dorf und seinen Gästen viel Freude. Dann fanden sich noch einmal Jugendliche, doch dann war zunächst mal Sendepause, bis vor zwei Jahren – trotz Corona – Ihr, liebe Jugendliche Euch als neue Kirmesgesellschaft zusammengefunden habt. Besonders gut gefallen hat mir mit Euch, aber auch mit früheren Kirmesgesellschaften Eure überspringende Freude, Euren Unternehmensgeist, Eure Zielstrebigkeit und vor allem Eure jugendliche Unbeschwertheit, die auch mich – der ich ja doch entschieden älter bin als Ihr – begeistert und mitgerissen hat.

Und so kann ich – alle Kirmesse in unserer Pfarrei einschließend – für die Oberelberter Kirmes und ihre Kirmesgesellschaft nur von Herzen wünschen: „Ad multos annos! – Auf noch viele schöne, erlebnisreiche Jahre!“

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