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Pfarrer Barthenheier in den Ruhestand verabschiedet

Ein verlässlicher Kapitan in stürmischen Zeiten
Pfarrer Barthenheier in den Ruhestand verabschiedet
Pfarrer Barthenheier in den Ruhestand verabschiedet
Domkapitular Georg Franz überreicht Pfarrer Barthenheier die Ruhestandsurkunde © Gunnar Bach

Ein verlässlicher Kapitan in stürmischen Zeiten

Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier steuerte das Schiff der Katholischen Kirchengemeinde Montabaur 21 Jahre lang - Nun tritt Pfarrer in den Ruhestand

Mehr als 350 Gläubige haben sich am Sonntag bei einem Gottesdienst in Montabaur von ihrem langjährigen Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier verabschiedet. Der 71-jährige Geistliche ist seit dem 1. November offiziell im Ruhestand. Die Wertschätzung, die ihm bei seiner letzten Messe als Montabaurer Pfarrer entgegengebracht wurde, machte deutlich, welch hohes Ansehen der gebürtige Hesse bei den Menschen im Westerwald genießt. Alle Festredner in der Katholischen Pfarrkirche St. Peter in Ketten und beim anschließenden Empfang in der Stadthalle Haus Mons Tabor waren sich einig: Barthenheier hat das Schiff, das sich Gemeinde nennt, als Kapitän souverän durch stürmische Zeiten gesteuert.
Der Pfarrer zeigte sich schon zu Beginn überwältigt, wie viele Weggefährten trotz Corona-Pandemie zum Gottesdienst gekommen waren. Vermutlich wäre die Kirche ohne Sicherheits- und Hygienemaßnahmen noch deutlich voller gewesen, doch angesichts wieder steigender Infektionszahlen entschied man sich, die Teilnehmerzahl zu begrenzen und die Messe als Live-Stream im Internet zu übertragen.
Die offizielle Verabschiedung des langjährigen Pfarrers von Montabaur oblag dann Domkapitular Georg Franz, der einen ausführlichen Brief des Limburger Bischofs Georg Bätzing mitgebracht hatte. Dieser zeichnete nicht nur das Bild eines überzeugten Seelsorgers, der viele Menschen im Westerwald vor allem in schwierigen Lebenslagen hoffnungsvoll und tröstend begleitet hat. Er lenkte den Blick außerdem auf die ehrenamtliche Arbeit Barthenheiers, der schon in jungen Jahren mit seinem Cousin den Verein „Gerechtigkeit den Menschen“ gründete, um Kindern und Jugendlichen in Entwicklungsländern zu helfen. Für dieses andauernde Engagement erhielt der Pfarrer 2017 die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz.
Dass Barthenheier nun wirklich kürzertreten wird, können sich viele seiner Weggefährten indes noch nicht so richtig vorstellen, wie die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Christa Windeck, bemerkte. Als priesterlicher Leiter der Großpfarrei St. Peter sei der Pfarrer stets darauf bedacht gewesen, allen Kirchorten gerecht zu werden, sagte sie. Nicht ohne Grund hatten es sich die Gläubigen aus den verschiedenen Dörfern nicht nehmen lassen, persönliche Grußbotschaften an den scheidenden Pfarrer zu richten, die in einem längeren Video zusammengeschnitten wurden. Neben der Organisation von Pilgerreisen galt Barthenheiers besonderes Engagement auch dem Erhalt der Wallfahrtskirche in Wirzenborn, die dem 71-Jährigen am Herzen liegt.
Als der Theologe vor genau 21 Jahren seine Stelle in der Wäller Kreisstadt antrat, konnte er freilich nicht ahnen, wie viele Krisen seine Kirche und die Gesellschaft insgesamt in den kommenden Jahren durchstehen müssen. Dass Heinz-Walter Barthenheier am Ende seiner Berufslaufbahn mehrmals von den Gläubigen in der Kirche mit Applaus bedacht wurde und immer wieder für weitere Ehrungen vorgeschlagen wird, zeigt, wie gut der Geistliche in schwierigen Zeiten den richtigen Ton traf. Pfarrer war für ihn eben kein Beruf, sondern Berufung, wie der 71-Jährige beim Gottesdienst selbst bemerkte. Insofern konnte auch Domkapitular Georg Franz guten Gewissens ankündigen, dass der langjährige Kapitän des Schiffs Gemeinde nun nicht von Bord gehen, sondern sich auch im Ruhestand weitere Aufgaben suchen wird – zumal ihm auch die Gemeinschaft und die Geselligkeit sehr viel bedeuten.

Pfarrer war für ihn eben kein Beruf, sondern Berufung.

Domkapitular Georg Franz

Den Großteil des Berufslebens im Westerwald verbracht

Heinz-Walter Barthenheier wurde 1950 in Hattersheim-Eddenheim im Rhein-Main-Gebiet geboren, den Großteil seines Berufslebens verbrachte der 71-jährige Pfarrer jedoch im Westerwald. Schon bevor er im Jahr 2000 nach Montabaur wechselte, hatte er verschiedene Stationen im Landkreis durchlaufen. Barthenheier absolvierte als junger Mann zunächst eine kaufmännische Ausbildung und schlug erst etwas später eine Laufbahn als Geistlicher ein. Bei seiner Priesterweihe 1982 in Limburg war der gebürtige Hesse bereits 32 Jahre alt. Seine erste Stelle als Kaplan führte ihn damals nach Rennerod. Von dort wechselte er Mitte der 80er-Jahre nach Wirges. Es folgte eine Stelle als Bezirksvikar und Jugendpfarrer in Hadamar, ehe Barthenheier 1992 Pfarrer in Schmitten sowie Nieder- und Oberreifenberg im Taunus wurde. Nach der Jahrtausendwende ging es dann zurück in den Westerwald, wo der Geistliche zudem von 2003 bis 2018 das Amt des Bezirksdekans übernahm. Es würde den Rahmen sprengen, alle Westerwälder Pfarreien aufzuzählen, in denen Heinz-Walter Barthenheier neben seiner Hauptaufgabe in Montabaur als Pfarrverwalter tätig war, um Vakanzen zu überbrücken. Die nun vakante Stelle in Montabaur übernimmt bis zur Neubesetzung Pfarrer Stefan Salzmann als Pfarrverwalter.

Westerwälder Zeitung, 2. November 2021 | Redakteur Thorsten Ferdinand
Der Bericht wurde mit freundlicher Genehmigung der Westerwälder Zeitung veröffentlicht.

© Pfarrei St. PeterPfarrer Stefan Salzmann, Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier und Domkapitular Georg Franz bei der Messfeier
© Pfarrei St. PeterPfarrer Stefan Salzmann, Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier und Domkapitular Georg Franz bei der Messfeier
© Pfarrei St. PeterDie Vorsitzende des Pfarrgemeinderates überreicht Pfarrer Barthenheier ein Geschenk, auf dem Foto auch Theresia Schmidt vom PGR-Vorstand
© Pfarrei St. PeterDas Pastoralteam überreicht Pfarrer Barthenheier als Geschenk ein gemeinsames Koch-Event.
© Pfarrei St. Peter
© Pfarrei St. PeterDer "scheidende Kapitän" der Pfarrer überreicht Pfarrer Stefan Salzmann (ab sofort Pfarrverwalter) die Kapitänsuniform.
© Pfarrei St. PeterMusikverein Horressen
© Pfarrei St. PeterMusikverein Holler
© Pfarrei St. PeterDank auch von der Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland
© Pfarrei St. PeterVerbandsbürgermeister Ulrich Richter-Hopprich dankt ebenfalls

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