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Kaplan Tomasz Kruszewski im Vorstellungsinterview

Seit einigen Wochen ist Kaplan Tomasz Kruszewski in unserer Pfarrei tätig. Im Interview erzählt der 32-Jährige von seinem Weg zum Priestertum, seiner Begeisterung für Musik und junge Menschen und davon, was ihn im Glauben trägt.

Wer sind Sie, woher kommen Sie und wie alt sind Sie?

Ich bin Kaplan Tomasz Kruszewski. Ich bin geboren und aufgewachsen in Hamburg. Durch das Studium kam ich nach Frankfurt, sodass ich mich dazu entschieden habe, im Bistum Limburg zu bleiben. Meine Eltern kommen beide aus Polen, daher bin ich zweisprachig und in beiden Kulturen aufgewachsen. Ich bin jetzt 32 Jahre alt.

Was hat Sie motiviert, Priester zu werden? Gab es eine Erfahrung oder Begegnung, die für Ihre Berufungsentscheidung besonders wichtig war?

Das erste und wichtigste war meine Bekehrung zum Glauben mit 16 Jahren während meiner Firmvorbereitung. Dort habe ich sehr starke Glaubenszeugnisse gehört, die mich schwer beeindruckt und überzeugt haben, mein Leben auf Gott zu setzen.
Meine Motivation schließlich Priester zu werden kam aus der eigenen Glaubenspraxis. Ich stellte mir irgendwann die Frage: Was wäre, wenn du die Sakramente – insbesondere die Eucharistie und Beichte – nicht nur empfangen, sondern auch anderen weitergeben könntest? Die Vorstellung, Gott ganz nahe zu sein am Altar, anderen den Leib Christi zu spenden, als auch die Vergebung der Sünden in der Beichte zuzusprechen, erfüllte mich mit großer Freude.
In Hamburg war ich als Katholik ein Exot – es war etwas sehr ungewöhnliches, sodass ich mich und meinen Glauben immer wieder rechtfertigen musste. Die Auseinandersetzung hat mir aber immer Freude gemacht, sodass ich merkte, dass ich mehr machen möchte, als Zeugnis mit Argumenten, sondern auch Zeugnis zu geben mit meinem ganzen Leben.
Eine Schlüsselerfahrung war eine kurze Zeit in einem Kloster in der Schweiz direkt nach meinem Abitur. Dort habe ich jeden Tag insbesondere für meine Freunde gebetet und mir dabei die Frage gestellt: In was für eine Art von Leben kannst du denen, die dir wichtig sind, am besten dienen? Oder, wie ich es dann für mich schließlich formulierte: Wie kannst du mehr lieben? Und die Entscheidung ist auf diese besondere Weise der Nachfolge Christi gefallen: Das Priestertum.

In welchen Bereichen haben Sie bisher schwerpunktmäßig gearbeitet? Was hat Ihnen daran besonders Freude bereitet?

Vor allem durfte ich immer wieder mit jungen Menschen arbeiten, was mir große Freude gemacht hat. Der zweite Bereich, in den ich mich immer wieder engagiert habe, ist die Musik – ob moderne Musik an Gitarre und E-Bass, oder altehrwürdige Musik mit der Stimme im gregorianischen Gesang.

Auf welche Aufgaben und Bereiche in unserer Pfarrei freuen Sie sich besonders?

Meine erste Aufgabe als Priester wird immer sein, die Sakramente zu spenden und das Wort Gottes zu verkündigen. Daran werde ich immer den Kern meiner Freude haben.
Mein Aufgabengebiet in der Pfarrei ist daneben aber auch die Begleitung unserer zahlreichen Kitas. Ich freue mich sehr darauf, den Kindern zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kitas Gott, Sein Evangelium und unsere christlichen Werte näher zu bringen.

Haben Sie ein Lieblingsbibelwort oder ein geistliches Vorbild, das Sie begleitet?

Zwei Bibelworte begleiten mich schon lange Zeit. Das eine ist Lk 2, 77 in seiner lateinischen Fassung: „Ad dandam scientiam salutis plebi eius in remissionem peccatorum eorum.“ Was übersetzt bedeutet: „Um dem Volk das Wissen / die Erkenntnis des Heils zu geben, zur Vergebung ihrer Sünden“ Dabei geht es darum, dass wir unseren Glauben auch kennen sollen und dieses Wissen weitergeben. Das Glaubenswissen ist heute dramatisch gesunken – auch das Wissen darum, wie Gottes Liebe und Barmherzigkeit in Wirklichkeit sind.

Das zweite Wort kommt aus Deuteronium 30, 19: „Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.“ Hier geht es darum, dass unsere Entscheidungen für gut oder böse relevant sind. Ein gutes Leben zu führen, das im Sinne Gottes ist, führt mich zum wahren Leben. Böses führt mich dagegen zum inneren Tod. Und vor diesen Entscheidungen stehen wir jeden Tag. Der Weg zur Heiligkeit ist ein Weg der Entscheidungen – für Gott, für das Leben, für das Wahre, Gute und Schöne.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Zum einen ist mir die Musik wichtig. Ich spiele Gitarre und E-Bass, zudem spiele ich für mich auch gerne Klavier.
Das andere ist der Sport – sodass ich ein gutes Gegengewicht zu meinen sonst eher sehr verkopften Aufgaben habe. Besonders gerne gehe ich, wenn ich es mir einrichten kann, im Hochgebirge wandern.
Das dritte sind meine Freunde – ohne die ich diesen Weg so nicht gehen könnte. Ohne ein stabiles und gutes Netzwerk von tiefen Freundschaften, hätte ich mich nicht getraut, den Weg des Priestertums – gerade auch in seiner Lebensform der Ehelosigkeit – zu gehen.

Welche Talente oder Hobbys könnten Sie auch in die Gemeindearbeit einfließen lassen?

Die Musik konnte ich schon immer gut einbringen, sodass ich schon seit einigen Jahren in der Band der KFJ in Montabaur spiele. Auch den Gesang konnte ich immer wieder in der Gründung von Jugendbands oder der Leitung von gregorianischen kleinen Chören einsetzen.
Jedes Jahr gehe ich gerne mit Jugendlichen im Hochgebirge wandern. Ein sehr schönes Projekt, das ich auch im kommenden Jahr in den Sommerferien durchführen möchte.

Sie sind nun schon einige Wochen in unserer Pfarrei tätig. Was gefällt Ihnen hier besonders?

Ich bin erst kurze Zeit da und die Pfarrei ist sehr groß – ich habe bei weitem noch nicht alles gesehen, daher möchte ich nicht vorschnell sagen, was mir besonders gefällt. Aber ich kann schon sagen, dass ich mich sehr freue, dass es eine rege Messdienerarbeit gibt, dass wir noch viele Kirchen haben und viele Kitas. Die Kirche ist noch da, und daran möchte ich mitarbeiten.

Wenn Sie an die drei Jahre hier in Montabaur denken – was wünschen Sie sich für sich selbst und was für die Menschen in unserer Pfarrei?

Ich wünsche mir für mich selbst, in einer Gemeinde zu arbeiten, die mich und meinen Dienst gerne in Anspruch nimmt, sodass ich als Priester gewünscht und gewollt werde. Ich wünsche mir Offenheit für das Wort Gottes und viel Feuer des Heiligen Geistes – sodass auch hier in Montabaur etwas wachsen kann, Menschen für den Glauben inspiriert und mitgerissen werden. Und wenn ich dazu meinen Beitrag leisten kann, dann ist das alles, was ich will.

 

Lieber Kaplan Kruszewski, wir freuen uns sehr, dass Sie Teil unserer Pfarrei sind, und heißen Sie herzlich willkommen! Für Ihre Zeit bei uns wünschen wir Ihnen viele gute Begegnungen, Freude an Ihrem priesterlichen Dienst und Menschen, die Sie auf Ihrem Weg begleiten. Möge Ihr Wunsch, den Glauben weiterzugeben und Menschen für Gott zu begeistern, hier in unserer Pfarrei auf fruchtbaren Boden fallen. Schön, dass Sie da sind!

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