Montabaur
Auf Wiedersehen, Pater Rijo!
Wie lange warst du insgesamt bei uns tätig?
Pater Rijo: Mein Dienst in der Pfarrei St. Peter in Montabaur begann im Oktober 2019. Am 16. Februar 2026, nach sechs Jahren und vier Monaten Dienst in der Pfarrei, werde ich nach Indien zurückkehren.
In welchen Aufgabenbereichen warst du in dieser Zeit schwerpunktmäßig im Einsatz?
Pater Rijo: Als priesterlicher Mitarbeiter war ich vor allem für die Verwaltung der Sakramente zuständig. Darüber hinaus war ich in der Beerdigungs- und Trauerseelsorge tätig.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Tätigkeit war die Organisation der Hauskommunion und der Krankenbesuche, die ich gemeinsam mit den Ehrenamtlichen der gesamten Gemeinde koordiniert habe.
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Tag bei uns? Was ist dir davon besonders im Gedächtnis geblieben?
Pater Rijo: Von meinem ersten Tag in der Gemeinde erinnere ich mich, dass ich von dem damaligen Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier in der Gemeinde und im Pfarrhaus empfangen wurde und er mir meine Wohnung zeigte, worauf ein leckeres Abendessen folgte.
In derselben Woche konnte ich am Abschiedsgottesdienst meines Vorgängers und Schönstatt-Mitbruders, Pater Praise Antony, teilnehmen. Der Gottesdienst fand am Vormittag in Niederelbert statt. Beim anschließenden Beisammensein hatte ich Gelegenheit, einige Mitglieder des Pastoralteams und der Pfarrgemeinde kennenzulernen.
Gab es ein Erlebnis oder einen Moment, der für dich rückblickend besonders prägend oder schön war?
Pater Rijo: Es ist das allererste Mal, dass ich die Chance habe, in einer Gemeinde in Deutschland zu arbeiten und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Jeder Moment während dieser Zeit meines Dienstes hier war daher etwas ganz Besonderes und eine neue Erfahrung für mich. Ich bin überzeugt, dass mir die hier verbrachte Zeit dabei geholfen hat, zu wachsen, neue Dinge zu lernen und neue Perspektiven zu gewinnen.
Was hat dir an der Arbeit hier besonders Freude gemacht?
Pater Rijo: Die Begegnung mit Menschen bei verschiedenen Anlässen, vor allem im Rahmen der Spendung der Sakramente, war immer eine Quelle großer Zufriedenheit und Freude. Die Zeit, die ich während der Hauskommunion und bei Krankenbesuchen mit älteren Menschen verbracht habe, hat mir jedoch neue Einsichten vermittelt. Durch ihren Austausch und ihre Erzählungen erfuhr ich eine Vielzahl von Informationen über die Kirche in Deutschland, die deutsche Kultur und das Familienleben.
Gibt es etwas, das du in dieser Zeit neu gelernt oder für dich entdeckt hast?
Pater Rijo: Selbstverständlich! Zunächst einmal kann ich betonen, dass ich die großartige Gelegenheit hatte, eine neue Sprache zu lernen - Deutsch. Am Anfang war es eine Herausforderung für mich, denn Deutsch war bereits die dritte Fremdsprache, die ich lernen musste. Es gab mir die Möglichkeit, mehr über die Kultur zu erfahren, die Menschen kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen.
In den letzten Jahren konnte ich mehr darüber erfahren, wie eine katholische Kirchengemeinde in Deutschland funktioniert und auch neue Konzepte der Teamarbeit kennen lernen.
Wie geht es für dich nach deinem Abschied weiter?
Pater Rijo: Ich bin beauftragt, die Theologiestudenten unserer Gemeinschaft der Schönstatt-Patres in Indien zu begleiten. Parallel dazu werde ich weitere Studien in Psychologie absolvieren und mich mit einigen pastoralen Aktivitäten beschäftigen, die mit unserem Priesterseminar zusammenhängen. Am 16. Februar 2026 fliege ich nach Indien und trete am 18. Februar mein neues Amt an.
Gibt es etwas, das du unserer Gemeinde zum Abschied gerne noch mitgeben möchtest?
Pater Rijo: Ich bin jedem einzelnen unendlich dankbar. Die Zeit hier in der Pfarrei Montabaur war eine echte Bereicherung. Ich habe mich in der Pfarrei Montabaur und den Menschen hier sehr wohlgefühlt und sie haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, den ich sehr schätze.
Einer der Gründe dafür ist, dass dieser Ort für mich zu einer zweiten Heimat geworden ist. Denn nach meinem eigenen Zuhause ist es Montabaur, wo ich die Zeit verbracht und mehrere Jahre ununterbrochen gelebt habe.
Im Alten Testament, im Buch Exodus, gibt es ein wunderschönes Bild. Während des Kampfes gegen die Amalekiter bei Rephidim wurden Moses' Hände von Aaron und Hur hochgehalten, um den Sieg Israels zu sichern. Wie im Buch Exodus beschrieben, siegten die Israeliten immer dann, wenn Mose seine Hände hochhielt, während die Amalekiter im Vorteil waren, wenn seine Hände unten waren.
Als Aaron und Hur dieses Muster erkannten, ließen sie Mose auf einem Stein sitzen. Dann stellten sie sich zu beiden Seiten von ihm auf und hielten seine Hände bis zum Sonnenuntergang fest und sicherten so den Sieg der Israeliten. Dieser Bericht unterstreicht die Bedeutung von Teamarbeit und gemeinsamer Führung, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.
Und genau das habe ich in den vergangenen Jahren hier in der Pfarrei Montabaur während meines Dienstes persönlich erlebt. Ich möchte Ihnen allen meinen aufrichtigen Dank für Ihre/Eure Unterstützung aussprechen.
Lieber Rijo,
wir danken dir von Herzen für deinen Dienst in unserer Pfarrei. Für deinen Einsatz, deine freundliche Art, deine Geduld, deine Wertschätzung.
Wir wünschen dir für dein neues Kapitel nur das Beste und Gottes Segen!